AZ Nürnberg
 
"Die Schauspieler müssen wohl zwangsläufig zappeln, damit sie als ferngelenkte Giftzwerge über die Strecke von 200 Minuten wahrgenommen werden. [...] 14 Akteure scheucht Regisseur Christian von Treskow durch den Verwechslungs-Tumult, den die bedingt humorbereite Elfriede Jelinek korrekt brachial verdeutschte [...] Seine gerecht über drei Stunden verteilten Gags, die das Ensemble gerne immer wieder zu Boden gehen lassen, verlieren im Sog einer wimmelnden Comedy ziemlich schnell den eigenen Standpunkt. Nach jedem Einfall sackt die Spannungskurve sofort ab – man nennt so etwas Wäscheleinen-Dramaturgie. Um etwas uneingeschränkt Positives mitzuteilen: die Akte werden nach hinten kürzer. Im letzten hatte sich in der Premiere das Parkett gelichtet – die Hinterbliebenen waren stolz auf ihre Kondition und lachten sich kräftig aus.";;;"0

Dieter Stoll