Aachener Nachrichten
"[...] Nach der Premiere von Joachim Zelters Schule der Arbeitslosen darf man Zweifel hegen, ob es sich hier um ein Schauspiel handelt [...]. Zu erleben ist kaum mehr als eine animierte Lesung. [...] Im Bühnenstück verteilt Zelter den gekürzten Text auf sieben Rollen. Dialoge gibt es nicht, auch wenn ab und zu die Figuren wirklich sprechen. Meist jedoch ist die Rede indirekt. Situationsbeschreibungen werden in verteilten Rollen gesprochen, die Zahl der Worte ist immens. Vermutlich hatte der Autor so etwas wie einen Verfremdungseffekt dabei im Sinn, das Publikum jedenfalls nicht. Das wird Zeuge, wie sich der Regisseur abrackert, den Figuren wenigstens Profil zu verleihen. Und man darf feststellen: Mehr ist wohl kaum möglich. [...] Im zweiten Teil [...] weitet sich die Bühne in ein Zirkuszelt. Hier kann man lauter Clowns erleben, zum Teil großartig gespielt – eine bemerkenswerte Idee des Regisseurs. Allein: Gegen die Absehbarkeit der Geschichte, die plumpen Verweise auf faschistische Verhältnisse [...] kann man nicht aninszenieren."

Armin Kaumanns