Abendzeitung Nürnberg

"In Marc Beckers neuem Stück sind zwischen Schulbank und Schiefertafel Generationen wie Sparten durcheinandergeschüttelt. Die Doppelmoral der halbpornographischen Schulmädchenreports (Kino) und die Scheinphilosophie des neunmalklugen Methusalem-Komplotts (Literatur), eingesperrt in die Wunderkugel des Theaters. [...] Magisch wird die zunächst allzu nah am Modell des besenreinen Schmuddelkinos entwickelte Aufführung erst am Ende, wenn aus dem Bühnenhimmel riesige Eier herabschweben und daraus eine Puppen-Generation als Abklatsch der Anwesenden schlüpft. Dann recken sie sich alle miteinander in die Zukunft – die alten Jungen, die gleichzeitig junge Alte sind, und die unheimlichen Schnellbrüter, die Gene für Erben wie für Ungeheuer mitbringen. [...] "Forever Young", brummelt das ganze Team der Methusalem-Teenies am Anfang und am Ende gegen jede Erfahrung. Man muß ja nicht dauernd schlauer werden, also sagt uns dieses Schulmädchen-Komplott genau das, was wir noch nie über Sex wissen wollten und nun nicht mehr zu fragen wagen."

Dieter Stoll