Allgemeiner Anzeiger

"Christian von Treskow inszeniert das Spiel mit den mächtigen Figuren an der Seite ihrer Könige und reduziert den männlichen Status im Stück auf eine diffuse Macht am Rande. So läßt sich die Struktur des Auftragswerks von Marc Becker über einen Formalismus regeln, der dem des Strategiespiels sehr nahe kommt; angesiedelt irgendwo zwischen Frauenstück, politischem Diskurs und grandioser Darstellungskunst bis an die Grenzen der Verfremdung. Die Inszenierung folg ihrem eigentümlichen Zug-um-Zug durch die fünf Akte, ist nicht Vergleich, nicht bloßes Virtuosentum darstellerischer Möglichkeiten. Und doch zehrt es von allem im distanzierten Schwarz-Weiß, wird in seiner Parodie geradezu makaber und konstruiert dabei Wesen aus dem Wahren, die in ihrer Fiktion die Realität völlig verlassen dürfen. [...] Die konkreten Personen werden nach der Meyerhold-Methode zu wieder anderen Masken typisiert, werfen den Zuschauer auf eine Meta-Ebene und zeigen tatsächlich nicht die reele Ausgangsposition, sondern verweisen durch das phantastisch Übersteigerte auf eine neue Realität. [...]";;;"0

Claudia Kanz