Bayerische Staatszeitung

"Die Wiederbelebung des großen Bert Brecht, seit langem postuliert und prophezeit, die in letzter Zeit selbst großen Bühnen in München und Berlin nicht gelang, glückte jetzt dem Erlanger Theater mit einer furiosen Inszenierung des frühen Brecht-Stücks "Im Dickicht der Städte". Der junge Berliner Regisseur Christian von Treskow verzichtete dabei – wiewohl naheliegend – auf jede modische Aktualisierung, stellte Brecht also nicht auf den Kopf, sondern setzte (das Stück) ganz aus dem Geist und der Theatertheorie Brechts in Szene. [...] Die Erlanger Inszenierung nimmt "Im Dickicht der Städte" jedoch nicht als historisches Zeitstück, [...] sondern stilisiert das "Kampf-Stück"gleichsam als antike Tragödie mit spätexpressionistischem Pathos. [...] In der Sprache, im kalten Pathos eines ins lyrisch gesteigerten Jargons, treffen Denis Larisch und Bernhard Majcen den artifiziellen Grundton einer stilsicher stilisierten Inszenierung, [...] die Brecht als hochexpressiven Vorläufer des Absurden Theaters ebenso ausstellt, wie sie ihn als unnachahmlichen Klassiker eines modernen, eines gegenwärtigen Theaters ernst nimmt.";;;"0

F.J. Bröder