Bergische Morgenpost 
"[...] Die Stimmung in Christian von Treskows Inszenierung ist manchmal wie bei einem Rockkonzert. [...] Für die fragmentarischen Blöcke in Goethes "Urfaust" schafft der Regisseur Atmosphären, die wie Eisschollen sich an- und abstoßen. Gitarre, Bass und Schlagzeug instrumentieren das lodernde Wechselbad der Gefühle und Gedanken. Der Sturm und Drang des 18. Jahrhunderts erhält die metallisch-harte Sprache des 20. Jahrhunderts. Mit ein paar Gitarrengriffen und Bassläufen ist gesagt, was zwischen den Goethe-Versen schwingt. Treskow [...] trifft mit diesem Kunstgriff die Wut, das Ungestüme und die Liebessehnsucht der Figuren. -  Und er spielt mit den Genres. So könnte ein Western beginnen, wenn Mephisto zu Beginn mit dem Rad durch die Gassen fährt. Oder auch ein Film von David Lynch. [...] Was sich in den zweieinhalb Stunden zusammenfügt, ist kein Sammelsurium an Einfällen, sondern ein feiner Bilderbogen. Manchmal sieht man zwar die Nähte, die ihn zusammenhalten, manchmal ist man hin und weg."

Christian Peiseler