Berliner Zeitung
"Allein schon für die Wiederentdeckung des wundersamen Autors Oskar Panizza verdienen die jungen Theatermacher aus der zu neuem Leben erweckten Baracke neben dem Deutschen Theater Beifall. [...] Die spannende Theaterstunde nach Panizzas phantastischer Erzählung "Die Menschenfabrik" schmeckte nach Kafka und Orwell. [...] Die Schauspieler sprechen, spielen, mimen, kolportieren, zelebrieren, ringen und tanzen, sind dabei höchst diszipliniert und trotzdem schauspielerisch gelöst. So entsteht ein ahnungsvoll stilles, böses Stück aus dem "östlichsten Teile Mitteldeutschlands": Im finsteren Gebäude einer Industrieanlage werden Menschen fabriziert. [...] Dieses Erzeugnis wird die alte Menschenrasse Stück für Stück ersetzen. Zwischen befohlener Wiederkehr von roboterhaftem Waschen, Essen, Spazierengehen und Schlafen führen uns die Darsteller vor, daß wir diesen Austausch längst hinter uns gebracht haben: Feiner, intelligenter Spott. Nichts als schöne Vergeblichkeit, sehr gekonnt in Form gegossen. Was wir sahen, ist mehr als nur ein "Talentbeweis". Einen kurzen literarischen Text, kein Stück, machte von Treskow ohne Umstände und sehr stilsicher wirklich zum Theaterabend. Da zeichnet sich ein Könner ab. Die DT-Baracke entwickelt sich.";;;"0

Detlef Friedrich