Der Standard
"[...] Das Warum bleibt auch in Christian von Treskows Inszenierung im Vestibül des Burgtheaters unbeantwortet. Er entschied sich für eine Inszenierung ohne interpretatorischen Anspruch. Also: keine Modernisierung des Modernisierers Jarry, keine Ausdeutung. Werktreue im konservativen Sinn des Wortes – also äußerlich, nicht in Hinsicht auf den geistigen Gehalt. Außen Ubu, innen hohl. Zwei kreuzförmig sich schneidende gelbe Bretterstege in Brusthöhe des Publikums bilden die Bühne. Darauf, einmal rennend, einmal zu Bildern erstarrend, in expressiver Caligari-Gestik das Ensemble – ausdrucksvolle Mimik-Künstler, die weißgeschminkten Gesichter zu Masken grimassierend. [...] Von Treskow inszeniert formal präzise, rhythmisch genau, inhaltlich desinteressiert. Und beweist sein Talent für Schauspielerführung. Sonst aber nichts. [...]";;;"0

Cornelia Niedermeier