Deutschlandradio
"[...] Tatsächlich entstand da eine unspezifische Geschiebe- und Gemengelage: da sind sehr mäßige Darsteller, die – wenn sie singen müssen – dies eher unwillig und vor allem an der Rampe tun, auch dadurch zerfällt der Abend in eine Abfolge von bloßen Nummern. Auch die neue Textfassung will nicht recht überzeugen, hinter zu vielen Ecken lugen zu seichte Kalauer hervor. Aus dem Erlanger Ensemble verleiht einzig Holger Kraft seiner Rolle Profil und Differenziertheit, der Rest bleibt durchwegs blaß. Das Ensemble Kontraste interpretiert die quietschend-boulevardesken Kurt-Weill-Paraphrasen zwar solide, an einigen Stellen driftet die Musik allerdings vollends ins Musicalhafte ab – was dem Thema des Stückes extrem schadet, es nachgerade torpediert. Die mangelnde Personenführung und eine fast völlig fehlende Lichtregie tun dazu leider ein Übriges. Im Uraufführungspublikum befanden sich auch einige Schulklassen, die vor allem die recht hilflosen Gesangsversuche vornehmlich durch Kichern und Hüsteln goutierten. "Erlangen" in Erlangen ist eine vertane Chance, die weder Autor noch Thematik in irgendeiner Form gerecht wird. Schade!";;;"0

Jörn Florian Fuchs