Die Welt
"[...] Aus dem Dunkel des morschen Raumes, der Kälte des Mauerwerks, der Kachelwände, den fahlen Lichtfetzen aus Fenster und Oberlicht schälen sich die Akteure in unser Bewußtsein. Verzweifelt in Einsamkeit, kontaktgestört in ihrer Beziehungsangst, aber doch angewiesen auf das menschliche Gegenüber, die Gesellschaft. Konflikte entstehen untereinander. Begegnungen führen zu Gesprächsfetzen. Nähe wird Qual. Umgang in den Gewohnten Formen legt Haß und Häme bloß. Treskow braucht wenig, um das deutlich zu machen. Hohe Pappkästen werden auf Stühlen getragen, werden Türme, in denen man gefangen ist, aus denen heraus man miteinander in Kontakt tritt. Der meist aggressiv und schließlich im Kampf endet. Der geht aufs Ganze, mit Gewalt, körperlicher Kraft bis hin zur Erschöpfung, bis hin zum Chaos. Das trifft, unterstützt von einer düster aggressiven, auch geheimnisvoll bedrohlichen Toncollage (Christoph Kalkowski), die Atmosphäre Kafka genau. Ein Abend vehementen Theaters, geprägt von geistiger Konzentration, die nicht in die Stille führt, sondern sich in stupender körperlicher Aggression entlädt.";;;"0

Lorenz Tomerius