Die Welt
"[...] Teils unerträglich einseitig polemisiert der Autor gegen autoritäre Selbstgerechtigkeiten des Westens, gegen gewisse Verletzungen rechtsstaatlicher, mithin bürgerlich-demokratischer Prinzipien im Kampf gegen den islamistischen Terror. [...] Es bleibt selbstredend das Recht eines jeden freien Dichters der freien Welt, polemisch auf demokratische Defizite auch in den Vereinigten Staaten hinzuweisen. Und zu warnen vor womöglich paranoiden Entgleisungen der Politik und Jurisprudenz als Folgeerscheinung von "9/11" Befremdlich nur ist in diesem Zusammenhang, die andere Seite im Clash of Civilizations, hier: des Islamismus, nur äußerst vage aufzuwerfen. Eine "paritätische" Ausführung dieses Zusammenstoßes wäre im Sinne des (politischen) Dramas und also des Theater-Ästhetischen gewesen. So konnte sich der Regisseur Christian von Treskow nur mühen, den Text als – obendrein unübersichtliche – Sprechoper hochzuspielen. Seine fünf durchtrainierten Schauspieler auf den grauen Podesten im grauen Gesellschaftanzug mühten sich redlich.";;;"0

Reinhard Wengierek