Donau-Post
"[...] Der Abend lebt von den Darstellern, die den enorm schwierigen Text zum Schweben bringen; [...] Die Inszenierung aber drückt so manches Mal jenen beginnenden Schwebezustand unsanft wieder zu Boden, weil mehr drangehängt wird, als der Text verträgt. Verfremdungseffekte und hysterische Ausbrüche wie Kreons plötzlicher Ringkampf mit seinem Sohn Hämon machen vor allem deutlich, daß man sich vor Verblüffung gar nicht mehr auf den Text konzentriert hat, der Bilder gegen den Strich nur schwer verträgt. Vor allem, weil er schon schwer genug ist. Man muß, so gesehen, nicht unbedingt noch Butter in die Sahnesoße geben."

Christian Muggenthaler