Erlanger Nachrichten
"[...] "Jung und unschuldig" ist eine Auflistung bekannter Thesen zur neuen Werte-Sehnsucht der Jungen und der Sexualisierung der Gesellschaft, dramaturgisch flach, weder witzig noch provokant. Die deutsche Erstaufführung im Erlanger Markgrafentheater wurde wenig enthusiastisch beklatscht. Schönheitskult, Angst vor dem Altern und sexuellem Versagen, dreist garniert mit der unvermeidlichen Globalisierung – fertig ist das Zeitgeiststück. Regisseur Christian von Treskow läßt die flauen Charaktere immerhin zwischen Rentner und Backfisch changieren, mit grauer Farbe im Gesicht, schön häßlichen Perücken. Vom tattrigen Fräulein ist das Girlie nur ein Rocklänge entfernt. [...] Nachdem die drei Girlies schließlich den Lehrer in einem emanzipatorischen Akt mit seiner Unterhosen-Girlande stranguliert haben, verplätschert der laue Abend in einer dürren Hommage an Tadeusz Kantor, indem jeder aus einem Riesen-Ei sein kindliches Puppen-Alter-Ego holt. Becker war schon besser!"

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