Fränkischer Tag

"Und verfremdend ist auch Christian von Treskows Regie, die lehrbuchhaft das ekstatische Körpertheater des russischen Theatertheoretikers Meyerhold wieder zu Ehren kommen und die Schauspieler in exaltierten Verrenkungen und bizarren Bewegungsabläufen die Handlung akzentuieren läßt. Dazu ein hochstilisierter Sprachgestus und eine sphärische Musikkulisse, die sich bis zu bedrohlichen Sirenenklängen steigert. [...] Das Spiel dann, nur passagenweise in Manieriertheit und Affektiertheit abgleitend, bringt den Mythos des Täufers und Propheten Johannes in die Stillage der Ambivalenz von Eros und Thanatos, wo Tod und Liebe, Leidenschaft und Mord sich als Kehrseiten einer Medaille entpuppen. [...] Ein kühnes Bühnenexperiment – und die Wiedergeburt der Erhabenheit des Theaters aus dem Geiste des klassischen Bühnenpathos!";;;"0

F. J. Bröder