Fränkischer Tag
"Singspiel, Politoratorium oder Musical? Wer bei dem fast 80 Jahre nach Entstehung uraufgeführten Werk nach der passenden Rubrik sucht, tut sich schwer, denn die musikalische Fassung durch Alexander Kukelka macht aus dem sperrigen Theaterstück eine Pseudooper à la Brecht/Weill. [...] Dem Berliner Regisseur Christian von Treskow schien die Botschaft so wichtig, daß er über eine zeitgemäße Präsentationsform nachdachte. Herausgekommen ist eine Musikgroteske gôutierbarer Länge, die den wesentlichen Inhalt unverfälscht transportiert. Nicht immer will die Aufteilung in gesprochene und gesungene Verse einleuchten, jedoch gelingen Kukelka oft beeindruckende musikdramatische Zuspitzungen. Sein vom Gebrauch der sixte ajoutée übersättigtes Idiom ist zwischen Rachmaninow und Weill angesiedelt, Anleihen an Eisler inklusive, aber es rutscht bisweilen auch in die Niederungen eines Udo Jürgens ab. [...] "Wer mitspielt, hat schon verloren", lautet unmißverständlich die Botschaft. Alexander von Treskow (sic!) überbringt sie ohne Umschweife, als Konzentrat. Eine universelle, überzeitliche Botschaft, an die zu erinnern jederzeit nottut.";;;"0

 Martin Köhl