Freies Wort

"[...]Die beiden langen Einführungsmonologe kommen so theatertauglich daher, daß der Showdown einer Begegnung der Königinnen unvermeidlich hinter der Leinwand kichert. Alle acht stehen da nebeneinander in ihren Rollen- oder Persönlichkeits-Facetten-Schubfächern, die wie Schaufenster aussehen. Ausgestellt und ferngesteuert schmeißen sie jetzt mit Klischees um sich und einander an den Kopf. Bis sie wie in einer grotesken Geisterstunde heraustreten, um die Stimmen ihrer Männer spukend aus sich herauszulassen. Schließlich gehen sie in der ganzen Bandbreite von diplomatischer Phrase über unterkühlt kriegerischen Marktfrauenslang bis zum Faustschlag aufeinander los, so daß die kabarettistischen Fetzen und die Perücken fliegen. [...] Dieses vervielfachte Frauen-Doppel ist nicht das große "Leiden-an-der-Geschichte"-Stück oder der Entwicklungsroman in Dialogform, aber eine Deutschstunde ist es doch. Eine, die zudem gekonnt serviert wird und bei der man sich sogar amüsieren kann. Was bei dem Vorbild-Personal nicht so sicher war.";;;"0

Joachim Lange