Freies Wort

"Mit dem Auftrag für "Johnnys Jihad" signalisiert die Dramaturgie des Kunstfestes nicht weniger als die Ankunft im 21. Jahrhundert: [...] Im Weltbürgerkrieg, bei dem die Fundamentalisten nicht nur auf einer Seite blank ziehen, und die Hoffnung auf eine "Verständigung" und die Kraft der Toleranz der Angst vor dem Ende eines irgendwie aushandelbaren oder vielleicht auch erkaufbaren Miteinander weicht. [...]
Die Figuren reden vor allem, und das in ziemlichem Tempo. Sie reflektieren die demagogischen Selbstbespielgelungen und bringen sie auf den kokettierenden Pointenpunkt griffiger Formulierungen. [...] Dieser Text ist bewußt Kunst, die etwas sagen will. Aber keine Antworten parat hat. Welche auch. [...] Dafür ist Regisseur Christian von Treskow genau der richtige Mann. [...] (Wenige Mittel) reichen für die kluge, instinktsichere Übersetzung des Rhythmus des Textes in die körperliche Präsenz seiner Akteure.";;;"0

Joachim Lange