Hannoversche Allgemeine Zeitung

"[...] Das kreative Team, das vor fünf Jahren die Jenaer Urfamilie ablöste, und nun seinerseits die Stadt und das Theaterhaus wieder verläßt, zieht Zwischenbilanz: mit einem "Sommernachtstraum", wie ihn die Welt bestimmt noch nicht gesehen hat. [...] Christian von Treskow entdeckt (zur "Minimal Music") die Sphäre der Elfen und Geister neu. [...] Derweil läßt Claudia Bauer die paarweise durcheinander liebenden Königskinder im Wald vor Athen alle Qualen jugendlicher Verliebtheit durchleiden. [...] Zwischendrin verstören da gelegentlich Shakespeares herrliche Handwerker. [...] Rainald Grebe [...] spielt mit dieser Truppe eine Art plattgehämmerte Kabarett-Revue durch. [...] Das Dreigestirn der Regiemethoden läßt das Stück beträchtlich im Gefüge ächzen. Aber fiel speziell bei diesem Shakespeare-Stück nicht immer schon auf, wie angestrengt die verschiedenen Spielebenen zusammengezwungen sind?  [...] Das Publikum in Jena liebt dieses Theater. Auch der glücklichen Zufälle wegen. Als zum Beispiel Mitternacht ist und Geisterstunde im Stück, hat’s wirklich gerade zwölf geschlagen. Wen kümmert schon noch das bißchen Regen dieser Sommernacht, wo sie doch so ganz und gar Theater und von Shakespeare ist."

Michael Laages