Kölner Stadt-Anzeiger
" [...] Theater als moralische Anstalt, allerdings ganz anders als Schiller sich das vorstellte: als heftige Travestie dessen, was attackiert wird. Auf der Bühne spielt sich eine Groteske ab – eine tödliche. Wenn man dies alles bedenkt, dann hätte die Kölner Aufführung schärfer, böser, greller ausfallen müssen. [...] Im Übrigen hat der Regisseur Christian von Treskow sich sehr und weithin auch mit Erfolg darum bemüht, die Unterhaltungsstimmung zu erzielen, die so provozierend mit dem Mordereignis kontrastiert. Er bannt dabei nicht immer die Gefahr, daß der Text und seine Bedeutung verwässert werden durch ein Übermaß an Bewegung, Trubel, Gestenreichtum. [...] Dieses in seinen Sprachzusammenhängen außerordentlich dicht gearbeitete Stück braucht eine umfassendere szenische Metapher. Die wurde hier nicht gefunden, doch gelingt es auf Petra Buchholz kühl konstruierter Bühne den Darsteller(inne)n rundum klar zu machen, wie sehr dieses Stück ein Kommentar noch zu den rücksichtslosesten Äußerungen seiner Personen ist. [...] Sehr starker Beifall.";;;"0

Rainer Hartmann