Kölnische Rundschau

"In Christian von Treskows Kölner Schlosserei-Inszenierung riecht der Labor-Versuch von Anfang an nach Frankenstein-Frevel. [...] Zuerst schütteln sich seine vier sprachlosen Roboter die Starre aus den Gelenken, dann nimmt die straff choreographierte Inszenierung Tempo auf. Ein Tänzer-Quartett wird von der Triebfeder geschnellt: zeitgleich sprinten Eglé auf Azor und Adine auf Mesrin zu, finden sich in Sprüngen, Hebefiguren und intimen Posen. Die Bühne als erotisches Magnetfeld. Ganz läßt sich dieses atemlos-simultane Körperballett nicht durchhalten – irgendwann beginnt das Geplänkel. Darin fällt den gefallsüchtigen Frauen der ergiebigere Part zu, wobei von Treskow schöne Bilder für Selbstbespiegelung und Narzißmus findet. Auch wenn keine psychologischen Finessen verlangt werden – die Mechanik von Begehren, Überdruß und Untreue wird amüsant ausgespielt. [...] Marivaux-Puristen dürfte diese respektlose, modern-sportive Variante verstören, doch der kurze, starke Abend hat den Applaus verdient.";;;"0

Hartmut Wilmes