Kölnische Rundschau
"Dem allzu Deutlichen Jelineks hat sich Christian von Treskow tapfer widersetzt, der Einiges gekürzt hat. [...] Die Bühne ist bis auf eine Art Käfig für "eine Frau" fast leer. Doch wenn die übrigen Personen zur Talk-Show Platz nehmen, findet der Regisseur ebenso wenig ein prägnantes neues Bild wie beim brav parierenden deutschen Schäferhund. [...] Jelineks Text umzusetzen gelingt von Treskow in der zweiten Hälfte besser: Die toten Roma, zum antikischen Kunstwerk erstarrt, sind endgültig verdrängt, die "Trauergemeinde" steigert – eine frappierende Choreographie – ihren Walzertakt allmählich in dröhnend marschierenden Gleichschritt. Leider vertraut von Treskow seinen eigenen Einfällen nicht und spielt viele Szenen zu lang aus; einmal mehr hätte eine halbe Stunde weniger einer Inszenierung gut getan. Daß es einem oft kalt den Rücken herunterläuft, ist vor allem den ausnahmslos großartigen Schauspielern zu verdanken. [...] Freundlicher Applaus.";;;"0

Brigitte Schmitz-Kunkel