Kreiszeitung Syke
" [...] Mit schlüssigen, unaufdringlichen Akzentuierungen gelingt es Regisseur von Treskow, Tennessee Williams’ zentrales Thema der Suche nach Wahrhaftigkeit in einen gegenwartsnahen Kontext einzufügen. Die aktuelle Diskussion um Rabeneltern und Geburtenrate erscheint mit Blick auf Goopers allzu liebliche Kinderschar in einem neuen Licht. Gerne gerieren sich viele Eltern als Bewahrer ihrer Gesellschaft. Welche Werte diese künftig prägen sollen, bleibt dabei oftmals ungewiss. – Auf der Bühne des Schauspielhauses überzeugt Detlev Greisner als Wahrheitsliebender Patriarch. Glenn Goltz vereint in seinem Brick die Härte des von der Welt angeekelten Säufers mit der Empfindsamkeit eines deprimierten Versagers. Wunderbar Ekel erregend interpretiert Daniel Fries die Rolle des perfekten Karriere-und-trotzdem-Familie-Papas. – Ob Brick am Ende die Kurve kriegt, bleibt in Bremen offen. Von Treskow folgt damit dankenswerter Weise der Urfassung des Stücks: das Happy-End bleibt dem Versager nur in Hollywoods Scheinwelt vergönnt."

Johannes Bruggaier