Le Bien Public, Dijon
"Die Schauspieler balancieren zwischen Starre und einer irren Aufregung, zwischen Tag und Nacht, zwischen schwarz und weiß, und nehmen Sie im Rhythmus ihrer Darbietung mit auf eine Weg, dem Sie nur mit Schwierigkeiten folgen können. Zunächst einmal, weil die Texte, die sehr kurz und zum großen Teil zusammenhanglos sind, auf deutsch gesprochen werden (schade für die, welche die Sprache Kafkas nicht verstehen), dann, weil die Aufführung insgesamt "durchgeknallt" bleibt und an die Grenzen des Absurden und des Wahnsinns stößt. Dieses Stück, dessen erste Fassung letzten Februar in einer stillgelegten Berliner Schokoladenfabrik vorgestellt wurde, schwelgt im Zirkus, im Tanz, der commedia dell’arte und sogar im Sport. Die acht Schauspieler vollbringen auf der Bühne eine wahrhaft athletische Leistung, durchsetzt mit Stürzen, Zusammenstößen und irrem Gerenne. Vereint in einer "undefinierbaren Masse, die orientierungslos wimmelt", versuchen sie, "wenn schon nicht zu verstehen, so wenigstens zu kämpfen, um weiterzuatmen, sich weiter zu bewegen". Kein Raum bleibt von diesen kleinen, endlosen, fortgesetzten und maßlosen Kämpfen verschont: Kämpfe des Alltags, materialisiert durch die Schwierigkeiten, sich die Haare zu kämmen, seine Zeitung zu lesen, das heiße Getränk in seiner Tasse abzukühlen, oder in Stöckelschuhen zu gehen, Kampf zwischen Männern und Frauen, der eng mit dem Spiel der Verführung verbunden ist, Kampf zwischen den Frauen, Kampf zwischen den Männern. Trotz des großen Bildwertes der Aufführung kommt der Zuschauer k.o. aus dem Theater. Als ob er selbst einen Kampf geliefert hätte...";;;"0

L.V.