Mittelbayerische Zeitung
"[...] Wenn dann aber bis auf die Schluss-Szene naturalistisches Theater, melodramatisch volle Kanne, gespielt wird, Dramatik mit Lärm, Schreien und Prügelei verwechselt wird, ist die Sprachpoesie vollends gemeuchelt. [...] Alles ist so verflucht eindimensional. Bei Silke Heises Antigone dominiert das Bild einer todessüchtigen RAF-Braut. Stefan Gads Kreon ist ein wahres Ekelpaket, alles eine Nummer zu groß. [...] Beim Fazit denke ich an die Schülerscharen, die zu dieser "Antigone" zwangsverpflichtet werden. Was da geboten wird, muß den jungen Leuten sehr lebensfremd - eben wie Schule, Schultheater - vorkommen. Schlimmer noch: Es ist ätzend langweilig, trotz der aufgesetzten Action. So vergrault man Publikum fürs künftige Leben."

Harald Raab