Mittelbayerische Zeitung

"Nach des armen B.B. eigenem camouflierendem Geraune kann man Brecht spielen, wenn man Brecht spielen kann. Aber wie spielt man ihn heute? [...] Das Theater Erlangen hat mit Bertolt Brechts "Im Dickicht der Städte" einen konsequent eigenständigen Weg aufgezeigt. Und siehe da, dieses expressionistisch-existenzialistische Frühwerk ist voll nihilistischer Aktualität wie damals in den oberflächenvergoldeten 20er Jahren. [...] Der Großstadt-Dschungel findet zwischen und hinter den Charaktermasken der auf- und abtretenden Figuren statt. Alle sind Marionetten an unsichtbar gelenkten Fäden. Aufgeführt wird mit verlangsamt-stilisiertem Bewegungsvokabular ein Überlebenskampf, der eigentlich ein Totentanz ist. [...] Wie formuliert es doch Brecht: "Wenn die Irrtümer verbraucht sind, sitzt einem als letzter Gesellschafter das Nichts gegenüber." – Die Erlanger eröffnen Einblicke in diesen Abgrund.";;;"0

Harald Raab