Mitteldeutsche Zeitung

"[...] Bühnenraum und Choreographie betonen den Revue-Charakter der Szenen, die jeweils vier Margots und Hannelores mit sich selbst, mit ihren Männern und miteinander konfrontieren. So wird das Risiko der Kolportage verringert sowie der Blick für Lebenslauf und Seelenzustand geschärft. [...] Die geschichtliche Zäsur von 1989 ist als Dreh- und Angelpunkt der Schicksale stets präsent. Doch während sich die Verliererin im chilenischen Exil gegen Vorwürfe der Mitwelt verteidigt, spricht die Frau des Einheits-Kanzlers aus nebulösem Jenseits zur Nachwelt. Gemeinsam ist beiden ihr beharren auf der öffentlichen Form die von persönlichen Enttäuschungen immer wider torpediert wird. Wenn die private Frau von ihrem politischen Spiegelbild zur Ordnung gerufen wird, provoziert Becker neben Gelächter auch Mitleid, das aus der Einsicht in die Erbärmlichkeit hinter den Fassaden resultiert. [...]";;;"0

Andreas Hillger