Münstersche Zeitung

"[...] Die Schauspieler agieren vorn in einem Betonquader, durch dessen offene Rückseite eine endlos tiefe Berglandschaft leuchtet, mal sternenübersät, mal in Rot-Violett oder in gruseligem Nebel. Nur schemenhaft ist ein Reisebus zu erkennen, so grau, fensterlos und unheimlich wie der Lastwagen in Spielbergs "Duell". [...] Es ist ein glasklarer Albtraum, den Christian von Treskow hier auf die Bühne bringt: Man will zwei Stunden lang aufwachen – vergeblich. Todernst erzählt der Regisseur vom Niedergang der Religion, macht die skurril konstruierte Geschichte zur abendländischen Parabel. [...] Am Schluß stellt er eine Szene um und verpaßt dem Stück dadurch zwei alternative Ausgänge: ein "Happy End" mit Erikas Flucht (so endet das Original) und danach ein Finale, in dem das Mädchen erschlagen wird. Dramaturgisch ist das ein Coup, allerdings wird Bärfuss’ gleißend logische Geschichte dadurch unnötig verrätselt. Dennoch: ein Höhepunkt des Theatertreffens." 

Manuel Jennen