Neues Volksblatt
"Wie wirkungsvoll diese holzschnitthafte Story geblieben ist, zeigt eine kleine, aber feine, dabei so richtig laute und zum Brüllen lustige Aufführung. Denn Regisseur von Treskow hat, wie vom Autor vorgegeben, eine Art grotesken Theaterstils gefunden und durchgehalten, der das Stück wiederum im Sinn des seinerzeit noch gar nicht existenten Bert Brecht zum politischen Gleichnis wie zur theatralischen Fabel macht. Auf zwei durch das Vestibül gelegten Stegen braucht es abseits von den wild gekleideten Darstellern wenig, um diese Blutorgie bei aller ihr innewohnenden Blödelei sinnfällig zu machen und die Schauermär ziemlich genau zwischen Macbeth und Arturo Ui zu platzieren – als eines der vielen Lehrstücke die zwar verstanden werden, aber doch nichts bewirken. [...] Geglückte Aufführungen wie diese sind auch am Burgtheater rar. Schade, daß man sie immer nur rund fünfzig Personen zeigen kann. Aber das große Drama, auf den kleinen Raum zugeschnitten, ist ein perfektes, solcherart nicht zu übertragendes Theaterereignis.";;;"0

Renate Wagner