Nordbayerische Zeitung

"[...] Von Treskow und sein Team begegnen der von Brecht selbst titulierten "Jugendsünde" mit einer Entkernung der Figuren und einem systematischen Auskühlen ihrer ohnehin gehemmten Gefühlswelten. Die Geschichte um den Holzhändler Shlink und seinen Gegenspieler Garga ist knapp oberhalb des Limits für eine szenische Lesung angesiedelt und wird durch das Prinzip der extrem stilisierten Körperarbeit von Treskows zusammengehalten. Der Rhythmus des Textes strukturiert die Bühnenaktion. Die offene, entheroisierte Gesellschaft des Chicagos der 20er Jahre zeigt sich im Pathos des Sprechens und einer quälenden Disposition der Figuren, die von der Regie mittels Dauerillumination durch 400 Neonröhren gemartert werden. [...] In seinem Team fand (der Regisseur) willige Vollstrecker, die mit Leidensfähigkeit und notwendiger Distanz zum Publikum ihr psychisches Elend auf Stühlen aussitzen. [...]";;;"0

Karin Lederer