Nürnberger Nachrichten
 
"[...] Über drei Stunden dauert die dreiaktige Chose auf der Bühne des Markgrafentheaters, und das ist natürlich entschieden zu lang. Dabei hat Regisseur Christian von Treskow [...] alle Trümpfe in der Hand: eine handwerklich präzise Übersetzung des Originals durch Elfriede Jelinek, minimalistisch-funktionale Bühnenbilder von Jürgen Lier sowie ein vielköpfiges Ensemble, das den Entwurf der Feydeauschen Typologie, bis hin zur chargenhaft-karikaturesken Schmiere, nachgerade mit Wollust zelebriert. [...] Treskows Konzept, der gezirkelten Artistik der Feydeauschen Dramaturgie mit aller Macht und ohne Rücksicht auf Verluste Rechnung tragen zu wollen, wirkt letzten Endes lähmend. Besonders in Fahrt kommt da nichts. Hier hat der Wahnsinn zwar Methode, aber der ist allenfalls gebremst komisch, und der Esprit ist spürbar aus deutschen Landen.";;;"0

Manfred Koch