Nürnberger Zeitung
"[...] Dass Prinz Hamlet an seinem Auftrag schwer zu tragen hat, und durch sein Zögern das viele Sterben erst möglich wird, ist bekannt. Schließlich ist Shakespeares Drama eines der meistinterpretierten Stücke der Theatergeschichte. - Regisseur Christian von Treskow hat sich allerdings nicht so sehr auf die traditionelle Lesart des intellektuellen Hamlet versteift. Gregor Henze gibt eher den zornigen, resignativen, jugendlichen Prinzen. In der Totengräberszene etwa spielt er mit den Totenköpfen, und in der Schauspieler-Szene wird der Prinz von Dänemark zur köstlichen Parodie auf überdrehte Regisseure. Solche Ausflüge ins Komische, wie auch der stellenweise freie Umgang mit dem Text, verraten den Geist Shakespeares aber keineswegs. Sie sind das "Salz in der Suppe" und lassen die dreistündige Inszenierung nicht zu lang werden.“

Christina Roth