OÖ Nachrichten
"Jo hö! Wo samma denn? Unterwegs im phantastischen Land Nirgendwo, oder haben wir uns in die überhöhte Welt von Überall begeben? Oder hält uns da wer den theatralischen Spiegel vor? Im Vestibül hat der junge Regisseur Christian von Treskow den Beweis angetreten, daß Alfred Jarrys 1896 uraufgeführter "König Ubu" ein hervorragendes Spielmaterial für inszenatorische und darstellerische Phantastik ist. Der groteske Grobianismus, den Jarry in die damalige Theaterwelt, die sich zwischen Naturalismus und Psychologismus bewegte, (schleuderte), ist auch das prägende Stilmerkmal dieser Inszenierung. Alle menschlichen Ausdrucksmittel sind gefordert: Artistik, überzeichnende Mimik und Gestik, genau choreographierte Puppenhaftigkeit. Grobe Komödiantik kippt in feine Ironie und dann donnert wieder der Holzhammer; siehe da, es war kein Brachialhandwerkszeug, sondern die zarte Hand. Anspielungen, Andeutungen, ein Theaterabend zum mit offenem Mund schauen und stehend freihändig Assoziieren.";;;"0

Reinhold Reiterer