Der Standard

"Viel "eisliche Rache" so mancher Deutschlehrerin wäre einem erspart geblieben, hätte man den bekanntlich unbekannten Dichter des Nibelungenliedes schon früher in Marc Pommerening entdeckt. Der [...] legte mit der Neudichtung des germanischen Sagenstoffes [...] die Latte für jeden Dichterpotentaten hoch. [...] Christian von Treskow darf sich der von Pommerening erfrischten Sprache bedienen, die zugleich streng gearbeitet ist, auf metrische Grundmuster und Reimformen nicht verzichtet. [...] Seine Arbeit überprüft sich immer wieder selbst, ist überlegt. Begriffe wie Ehre und Treue tauchen ganz unkompliziert auf, nicht plump bildungsauftragsmäßig eingemogelt, und deshalb auch schon gar nicht politisch korrekt. Das Spiel klappt, inklusive der eigens von Klaus Erharter komponierten Musik und auch dank eines prächtigen Ensembles: allen voran Michaela Kaspar als Rapunzel-zöpfige Kriemhild, Andreas Erstling als Stubenhocker-König Gunther und majestätisch: Hagen von Tronje in der Gestalt Bernhard Majcens. Alle Achtung!";;;"0

Margarete Affenzeller