Theater heute

"[...] Becker hat den Dellings und Netzers, den Völlers, Schröders und dem unbekannten Fan genau aufs Maul geschaut, [...] damit das Ballspiel zum Gleichnis werde auf eine Gesellschaft vor dem Ruck, die nur noch in Stellvertretung sich selbst erleben kann als heldisch, kämpfend, passioniert. [...] Das Stück, ein grober, aber gut platzierter Klotz, lädt ein zur Karikatur des deutschen Wesens in Puschen und Adidasschuhen. Doch so einfach macht es sich und uns Uraufführungsregisseur Christian von Treskow nicht. [...] Der Text: eine Partitur; das Ensemble: ein Orchester mit Frack und festgelackter Tolle; der Trainer: in wechselnder Besetzung: ein Dirigent. Kein Tor, kein Ball, kein Schweiß, kein Bier. Und auch keine Glotze. Es geht ums Kollektiv. Und als wärs ein Werk von Schleef, hat Treskow Beckers Sprachmimikry chorisch zugerichtet. [...] Nie wieder schwarzfahren, nie wieder fluchen und allen Kürzungen zustimmen, wenn nur der Ball... Er tut’s.  Heute sind wir Helden! [...]"

Eva Behrendt