Schwäbische Zeitung 
" [...] Kai Hensel, der als Bühnenautor vor vier Jahren großen Erfolg mit dem Lehrerdrama "Klamms Krieg" hatte, beherrscht alle Kniffe des Schreibens und hat sich seine Schreibeleganz wohl als TV-Serienschreiber angeeignet. Und genau das ist auch ein wenig das Problem. Manches gerät dem Autor zu glatt, wirkt zu kalkuliert. – Man versteht also, dass Uraufführungsregisseur Christian von Treskow mit kleinen Strichen vorbeugt und kalauernde Sprüche eliminiert. Dem Stück tut das gut. Man wird hellhöriger für jene Passagen, in denen die Freiburger Hanna zwei Dinge gleichzeitig spielt: Dass da eine Frau auf schmalem Grat wandelt und die Fieberkurve eines zunehmenden Drogenkonsums durchlebt. Gabriele Köstler spielt brillant das Nebeneinander euphorischer Anwandlungen und plötzlicher Abstürze; den Griff nach den Sternen und plötzlichen Ekel beim Anblick des dürren Söhnchens. Sie ist immer auch eine Erzählerin, die darauf achtet, dass die Hausfrau und Mutter in der Midlife-Krise wirkt, als sei sie Herrin des Geschehens. Neunzig Minuten dauert das Ganze und ist eine Partitur der Stimmungswechsel, mit der die Schauspielerin und der Regisseur jenen Eindruck von Souveränität hinterlassen, den Hanna gerne als Junkie erwecken würde.";;;"0

Jürgen Berger