FAZ
"[...] Christian von Treskow hat die Szenen aus dem Leben und Sterben eines erfolgreichen Junkies ganz in Weiß inszeniert und das Schwarze darin als Gleit- und Kontrastmittel einer Satire benutzt. Alexander Gamnitzer gibt die "neurotische Pißnelke" als das stille Auge eines Wirbelsturms von Habgier, Ruhmsucht, Nachahmungsdrang und Parodie; um ihn herum tanzt und psalmodiert der Chor der falschen Kurtis. Das Rollenmodell einer Generation, die, zum Jugendwahn erzogen, ihre einzige Zukunft in der Altenpflege sieht, ist das einzige Original, der "lächerliche Zombie", der seiner eigenen Beerdigung beiwohnt, der einzige Lebende. Nur der Freitod, sei er auch eine Lachnummer im Schlafanzug, ist authentisch. [...] Das Curriculum wird erschöpfend durchschmarutzt, aber eigentlich verrät das Bühnenbild schon alles. Hunderte von Mikrophon- und Verstärkerkabeln führen in die Stöpsel von sechs Badewannen, alle Haßgesänge und Bannflüche gegen Kommerz und Journaille landen in der Apotheose der Selbstzerstörung. Wie verschlungen und verworren die Wege zum Ruhm auch sein mögen: Am Ende vergurgelt alles in einem ort- und zeitlosen Nirwana. [...]"

Martin Halter