Rhein-Zeitung
"Braucht Theater solch zugespitzte, gesellschaftspolitisch ätzende, mit bösester Zunge sich ins Aktuelle einmischende Stücke wie Elfriede Jelineks "Stecken, Stab und Stangl" ? Ja, immer, und ganz besonders in zugespitzten Situationen wie der heutigen. Auf der Schlosserei-Bühne des Kölner Schauspiels macht Christian von Treskows Inszenierung jetzt erschreckend eindrückliche Figur. [...] Jelinek schüttet wortgewaltige Säure über doch nur scheinheiliges Betroffenheitsgesülze, macht auf groteske Weise deutlich, wie tief Fremdenhaß ins kleinbürgerliche Bewußtsein eingegraben ist. [...] Das (sehr gut eingestellte) Ensemble tanzt Stehwalzer im Gleichschritt, strickt an der eigenen Verstrickung, schreit versehentlich "Heil Hitler", läßt am Ende die toten Roma als erbauliche Skulptur zur Sektpartie antreten. Auf den Nägeln brennendes Demonstrations-Theater, das den starken Beifall verdient.";;;"0

Andreas Pecht