Rheinische Post
"[...] Es gibt keine Arbeitssuchenden, es gibt nur Sucharbeiter, Menschen, die hart arbeiten, um einen Job zu finden. – Ihre Geschichte brachte Christian von Treskow auf die Bühne des Krefelder Theaters – eine Gratwanderung zwischen Horrorszenario und Unterhaltung. [...] Nächtliche Verhöre, in denen frisierte Lebensläufe bis zur totalen Erschöpfung abgefragt werden, Demütigungen, Kasernierung – Abschreckbilder. Und dazwischen galliger, schwarzer Humor als kurzer Moment der Befreiung: alles nur Theater. [...] Die Schauspieler verlassen immer wieder ihre Rollen, um die Prosastellen in der dritten Person zu erzählen: Dem Publikum gelingt der Rückzug ins schützende Unbeteiligtsein nicht. Auf der Bühne geht es um Schicksale, die nicht unabtrennbar an die Figuren gebunden sind. Sie können jeden treffen. [...] Ein packender Schauspielerabend. [...] Das Casting um den einzigen Job in Sphericon verlagert Treskow in ein Zirkuszelt. Bewerbungen werden zum artistischen Schaulaufen, die Absurdität der Lagerwelt wird in der Manege deutlich. Die Botschaft der Erfolgreichen wird klar: Du musst dich gut verkaufen und unterhalten. Beides schafft die Schule der Arbeitslosen."

Petra Diederichs