SFB 3 (Klassik zum Frühstück)
"[...] Drei Männer, eine Frau sind zu sehen. Sie erzählen (sich und dem Publikum) abwechselnd die Geschichte. [...] Diese vier sehen einander auffallend ähnlich. [...] Ihr Verhalten gehorcht einer gewissen Mechanik. Und genau besehen, sind die vier bereits programmierte, total angepaßte geklonte Existenzen. Und die Regie suggeriert noch mehr: der bisherige, der normale Mensch, erfüllt selbst schon die Erwartungen an sein geklontes Abziehbild. Christian von Treskow gelingt hier für den kleinen Spielort ein Capriccio, und das schematisierte Spiel der Darsteller, ihre kleinen Machtkämpfe haben bizarren Witz. Aber das Ergebnis hängt irgendwo, es ist nicht mehr ganz Erzählung, aber auch nicht wirklich beim Theater angekommen. Ein interessanter und sehenswerter Versuch, aber am Anfang und am Ende merkt man dann doch, daß Treskow seine Schwierigkeiten hatte in die Geschichte doppelbödig hineinzugehen und schließlich bedeutungsvoll wider herauszukommen.";;;"0

Peter Hans Göpfert