SWR 2 Kultur im Land
" [...] Regisseur Christian von Treskow hat alle Klischees zusammengetragen, die man sich nur vorstellen kann und verwandelt den Alltag der legendären Rockband Nirvana in eine platt geschwätzige Muppetshow, bei der klischeehaft verhandelt wird, wie man als Rockband den Klischees entgeht. In einer Wand aus Eierkartons sind Badewannen eingelassen, aus denen die Kabel für die Gitarren laufen, dorthin kauert sich Kurt, wenn ihm alles zuviel wird, wenn er genug hat von seinem hysterischen Frauchen, die sich nur noch über ihre Interviews in der Vanity Fair aufregen kann. Wenn er genug hat von den Schmarotzern des Erfolgs, den Journalisten, Drehbuchautoren, Möchtegern-Rockstars mit hohlen Posen und leeren Sprüchen. [...] Das Problem ist allerdings: es bleibt von dem Theaterabend nichts übrig. Denn man kann die Klischees, die man aufzeigen will, nicht gleichzeitig bedienen - denn dann wird man genauso hohl und leer wie die Welt, die man analysieren möchte. Die Kunst schafft sich selber ab. Ob dies die Schuld der Autorin oder des Regisseurs ist, ist eigentlich egal - der Abend ist eine reine Kopfgeburt, die nicht überleben wird."

Dorothea Marcus