Süddeutsche Zeitung

"[...] Man kennt die mit Zitaten aus der griechischen Mythologie angereicherte Welt, in der die Götter und die Athener Theokratie von der Liebe träumen, als sei sie ein Kriegsinstrument und der begehrte Körper eine zu erobernde Kolonie. So wie dieser alles andere als liebliche Traum an diesem Abend im urbanen Wald von Jena aufscheint, hat man ihn jedoch schon lange nicht mehr gesehen. Inszeniert wurde das Feentreiben von Christian von Treskow, einem der spannendsten jüngeren Regisseure. [...] Jetzt überrascht er mit einer geschickten Massenchoreographie und hat in Frank Benz einen Puck, der als Sinnenverwirrer chamäleongleich die Athener nachahmt, als sehne er sich nach einem Leben jenseits der Götterwelt. [...] Derartiges funktioniert nur in Theatern, um die es gut bestellt ist. [...] Claudia Bauer, die die künstlerische Verantwortung trägt, verläßt das Theaterhaus nach dieser Spielzeit. Ihre letzte Tat stand am Ende unter einem guten Stern. Während der Premiere tröpfelte es nur gelegentlich, und der Sturm verschonte diesen Sommernachtstraum."

Jürgen Berger