Süddeutsche Zeitung
"[...] Irgendwie scheint es Felicia Zeller so ergangen zu sein wie dem Herrn Müller-Schön. Der gute Mann schreibt Drehbücher und schwankt in diesem Falle, ob er aus dem Drehbuch zum Theaterstück nicht doch ein Hörspiel mit Videoclip-Charakter schustern sollte.[...] In Freiburg macht sich nun Christian von Treskow an die Arbeit, der nicht zuletzt mit seiner Inszenierung von Marc Beckers "Wir im Finale" zeigte, wie man aus Textflächen ein chorisch-oratorisches Ereignis machen kann und der wohl auch im Falle von "Einfach nur Erfolg" ein chorisches Gesamtereignis ansteuerte. Das klappt insofern, als er Zellers Text im Sinne des Grunge erdet und die Schauspieler mit Langhaarperücke und E-Gitarre in ein allumfassendes Nirvana schickt. Sie sind Grunge, verbreiten eine Atmosphäre stumpfer Lässigkeit und zelebrieren den elliptischen Sprachgestus (der "Generation X"). Christian von Treskows Uraufführung klappt auch insofern, als Alexander Gamnitzer ein entschieden an sich selbst leidender Kurt Brisbaine ist und Janina Sachau die Courtney Brain des Stücks mit den wundersamen Koloraturen einer Königin der Nacht ausstattet. [...]"

Jürgen Berger