Süddeutsche Zeitung
"[...] In Erlangen ist man noch auf dem Weg in die Bundesliga und hat mit "Jung und unschuldig" insofern ein Problem, als der Text letztlich doch zuviel unter einen Hut bringen will, was in der Inszenierung deutliche Spuren hinterläßt. Zwar versucht Treskow Disparates inszenatorisch zu bündeln, indem er die heutigen Sexualkundler in einem Klassenraum plaziert, der die Schüler so alt aussehen läßt, wie sie unter Umständen niemals werden. Immer wieder agiert das Erlanger Ensemble völlig unvermutet altersgebeugt und verlangsamt, so daß die Schauspieler plötzlich wie graue Panther wirken. Wer immer und überall knackig, zielstrebig, guter Laune und erfolgreich sein soll, der fühlt sich eben schnell wie ein Greis.[...] "Jung und unschuldig" ist eine verkrampfte Angelegenheit, die sich um den Zugang zu einem Text bemüht, in dem Marc Becker heutige Schulmädchen-Befindlichkeiten allenfalls dribbelfreudig umspielt. So reichte es diesmal bloß fürs Achtelfinale." 

Jürgen Berger