Südkurier
 " [...] Wir haben’s gewagt: full speed sind wir der vielverheißenden Verlockung des Freiburger Theaters ins Theatercafé gefolgt. Vielleicht finden wir endlich, was wir ewig gesucht haben. Das Programm klingt nach Verbraucher-Beratung mit Ironie-Verdacht. "Welche Droge passt zu mir?" Das badische Viertele kann ja nicht schon alles gewesen sein. Oder werden wir hier auf die falsche Hochzeit geführt? Der kritische Verbraucher ist aufgeklärt. Er weiß, bin ich erst mal im Laden drin, dann habe ich schon zur Hälfte verloren. Eineinhalb Stunden hält das Theater den Zuschauer fest, ohne allerdings wirklich fesselnd zu sein. "Welche Droge passt zu mir": Der Tiel klingt provokanter, als diese Uraufführung von Kai Hensel in der Inszenierung von Christian von Treskow ist. In der Mogelpackung verborgen ist der Monolog einer Hausfrau, die mit Mann und Kind scheinbar gutsituiert in einem Jugendstilhaus wohnt, aber aus unerfindlichen Gründen an Drogen geraten ist. [...] Kokain und Amphetamine als probates Durchhaltemittel, um den Alltagsstress zu bewältigen? Taxifahrer, Lastwagenfahrer, Prostituierte, Manager, Banker, Medienstars, Fußballtrainer, Fließbandautoren, Dichter und sonstwie Denker können sich ja nicht irren. Für weitere Fragen ist dann der Arzt oder die Drogenberatungsstelle zuständig.";;;"0

Siegbert Kopp