Theater der Zeit

"[...] Christian von Treskows Inszenierung hat ihre ganz eigene Handschrift. Bereits der Bühnenraum als gedämmter, hermetischer Probenraum betont konsequent die Innenwelt der Musiker, aus der es kein Entrinnen gibt. Schnelle Auf- und Abtritte rhythmisieren die Vorlage; monologisches Sprechen in Mikrofone und ins Publikum unterstreicht die Künstlichkeit der Figuren. Das starre, gleißende Licht des Erfolges funktioniert spätestens, wenn der weiche Lichtwechsel zum langen Rockkonzert alle Absurditäten hinter den Kulissen vergessen macht und uns Zuschauern die schöne Welt tatsächlich präsentiert, welche wir am Liebsten gar nicht hinterfragen wollen. Treskows Konzept lässt allerdings individuelle Bewegung, dialogische Kraft zerrinnen - ein hoher Preis. Vor allem findet der Dialog mit der Außenwelt nicht statt, fehlt damit die Grundvoraussetzung, um das Medienspiel als Thema entdecken zu können. [...]"

Bodo Blitz