Weser Kurier
"Wer Tennessee Williams "Katze auf dem heißen Blechdach" aufführt, muss gegen einen berühmten Film und seine noch berühmteren Stars anspielen: Elizabeth Taylor und Paul Newman. Jetzt dagegen, am Bremer Schauspielhaus: Johanna Geißler und Glenn Goltz. Kennt doch keiner! Man wird sie aber kennenlernen. [...] Christian von Treskow, ihr Regisseur, hat ihnen wahrscheinlich versichert, dass sie vor ihren Kino-Kollegen gar keine Angst haben müssen. Weil es nämlich in seiner Inszenierung überhaupt nicht so bilderbuchrealistisch wie im Film zugehen wird. Weil im Gegenteil die Figuren bei ihm ruhig ein bisschen überzeichnet werden dürfen. Und weil 1958 sowieso schon lange her ist. [...] Ohne falsche Bescheidenheit hat Tennessee Williams gesagt, das Stück sei "wirklich sehr gut gebaut, und alle Personen sind amüsant, glaubhaft und anrührend". Das trifft weitgehend auch auf Treskows Bremer Inszenierung zu. Weil diese eben nicht nur "amüsant", sondern, was am Theater heute viel seltener ist, tatsächlich "glaubhaft und anrührend" ist. [...] Ein absolut stimmiger, durchweg sehenswerter, hiesigen Kräfteverhältnissen geschickt angepasster Neustart unseres Schauspiels im "Neuen Schauspielhaus". Geht doch!“

Rainer Mammen