Westdeutsche Zeitung
[...] "Von Treskow inszeniert das Stück nicht als Heilsgeschichte, sondern als Psychokrimi mit einem ganz eigenen Ende, beeindruckenden Lichtstimmungen und der nötigen nebulösen Musik (Jens-Uwe Beyer), die als pausenlose Begleitung zu einem wichtigen Teil des Thrillers wird. Dadurch wirkt die Bedrohung atmosphärisch dichter, aber auch weniger komisch, denn der Krimi verzichtet weitgehend darauf, dass sich die Apokalypse doch eigentlich zwischen todernster Dramatik und Groteske abspielt. Bestens gelingt dafür die Positionierung der Gegenspieler. Der brutale Anti-Christ trifft die Glaubensselige, die Maresa Lühle nicht nur wegen der Hand, die Hermann Erika bricht, zurückgenommen spielt. Sehenswert ist vor allem Andreas Möckel, dem als Dämon der Wahnsinn buchstäblich in den Augen steht. [...] – Eine Lösung bietet auch die Vorlage nicht. Da scheint es nur konsequent zu sein, wenn der Regisseur das Stationendrama umstellt und zum finalen Gewaltakt führt. Er lässt Erika ihr Ziel verfehlen und gibt einen klaren Kurs vor: Die Wuppertaler Endstation ist eine Grube, denn der Sieg des körperlich Stärkeren ist so sicher wie das Amen in der Kirche."

Martina Thöne