Westfälischer Anzeiger
"[...] Auf der Bühne wird reichlich geprügelt, werden Gräber ausgehoben, Folter und Tod angedroht. [...] Spannend wird es trotzdem nicht: Regisseur Christian von Treskow setzt in seiner Inszenierung auf Bewegung, hält sein Personal ständig auf Trab, schafft dabei aber kaum berührende Momente. Das liegt auch an Hermann. Andreas Möckel spielt den Busfahrer mit großer Geste, als eine Art Hamlet hinter dem Steuer. Perfekt artikuliert und absolut keimfrei - der Mann könnte eine Bank leiten, aber keinen Bus fahren. Auch die Fahrgäste vermitteln kaum den Eindruck von Billigreisenden. [...] Warum diese Schar so einen Hass auf die kleine Pilgerin entwickelt, bleibt in Wuppertal ungeklärt. Dafür ragt Maresa Lühle als Erika umso mehr heraus. Ihr ist die Verzweiflung über das drohende Unheil anzusehen, das Entsetzen und Unverständnis über die Bosheit ihrer Peiniger. [...] Von den Passagieren, zwischenzeitlich zu Untoten mutiert, flieht sie mit dem trunkenen Tankwart - nur um in einem aufgesetzten zweiten Schluss doch noch das ihr zugedachte Schicksal zu ereilen."

Jörn Funke