taz
"Auf die großen Rezensionsfeuilletons dieser Republik schielt Hans-Joachim Frey, der neue Intendant des Bremer Theaters, also offenbar nicht. Jedenfalls nicht im Schauspiel. [...] Williams zeichnet das düstere, Happy-End-freie Psychodrama einer allseits verlogenen patriarchalischen amerikanischen Familie, die sich über den Tod von "Big Daddy" über das zu erwartende Erbe zerstreitet. Christian von Treskows in strahlendem Rot gehaltene Inszenierung kommt dabei zunächst wie eine Vorabend-Soap daher, mit viel Klamauk. Erst im Laufe der Zeit gewinnen seine Figuren an Authentizität, seine Geschichte an Dichte, sein Plädoyer für die zwischenmenschliche Ehrlichkeit an Glaubwürdigkeit und Intensität. Bevor am Ende wieder ein kleiner Bogen zum Anfang geschlagen wird. Ein bisschen schrill soll es eben sein. Auch ein Konzept, aber die Botschaft leidet. – Eher ungeeignet, um in Kritikerkreisen Eindruck zu schinden. Dem heimischen Publikum hats gefallen."

Jan Zier