taz
"[...] Sicher hat der Regisseur Christian von Treskow die Arbeit an der Inszenierung der "Menschenfabrik" schon zu einer Zeit begonnen, als man bei „Dolly“ noch an Parton dachte. Das Interesse liegt daher an einem anderen Punkt, eher am Ende des Textes, als der Ich-Erzähler, der Fabrik entkommen, erleichtert einen "echten" Bauern sieht, ihn aber so beschreibt, als handele es sich ebenfalls um eine Maschine. Vom Verschwinden der Individualität hinter der Funktionalität handelt der Abend in der Baracke. [...] Vier Darsteller sprechen im Wechsel Panizzas Text, immer wieder unterbrochen durch Anweisungen aus dem Off. [...] Die Schauspielerautomaten wollen ans Licht, verweigern sich den Abläufen und stürzen ins Chaos. [...] Treskows Grundeinfall ist schlüssig gespielt, füllt aber keine 80 Minuten. Albernheiten kommen auf, Hut wegnehmen, Wasser trinken um die Wette. Alles mündet in hektischem Tischerücken, dann werden die Türen der hinteren Schränke aufgestoßen, man sieht den Sternenhimmel und einen Mann mit weißem Hund. Bei der Außenwelt, die in die theatralische Laborsituation einbricht, handelt es sich natürlich doch wieder nur um Theaterwirklichkeit, was das ganze in eine Endlosschlaufe vorgestellter Echtheit katapultieren könnte. Nur ist die Szene derart pathetisch aufgeladen, daß man zweifelt, ob Treskow das so konsequent gemeint hat.";;;"0

 Petra Kohse